Marktanteil von Arabica und Robusta: Globale Produktion und Nachfrage
Arabica und Robusta machen gemeinsam nahezu den gesamten kommerziell gehandelten Kaffee der Welt aus, doch ihre Anteile an der globalen Produktion und am internationalen Handel sind nicht konstant. Sie verändern sich von einem Erntejahr zum nächsten, da Wetter, Erträge, Preise, landwirtschaftliche Investitionen und Nachfrage die Produktion in den wichtigsten Erzeugerländern beeinflussen. Arabica stellte historisch den größeren Anteil der weltweiten Kaffeeproduktion, getragen von Brasilien, Kolumbien, Äthiopien und Mittelamerika. Robusta hat durch eine steigende oder sich erholende Produktion in Vietnam, Brasilien, Indonesien, Uganda und Indien an Bedeutung gewonnen. Für Importeure, Röstereien, Distributoren, Hersteller von löslichem Kaffee und Private-Label-Marken ist der Marktanteil von Arabica und Robusta mehr als ein statistischer Vergleich. Er beeinflusst Verfügbarkeit, Preisrisiko, Blend-Entwicklung, Diversifizierung der Beschaffung und die Fähigkeit, über mehrere Lieferzeiträume hinweg gleichbleibende Produkte anzubieten.
Die globale USDA-Prognose vom Dezember 2025 bezifferte die gesamte Kaffeeproduktion für 2025/26 auf ungefähr 178,8 Millionen Säcke zu je 60 Kilogramm. Die Arabica-Produktion wurde auf rund 95,5 Millionen Säcke geschätzt, während für Robusta ungefähr 83,3 Millionen Säcke prognostiziert wurden. Auf dieser Grundlage entfielen etwa 53,4 Prozent der Weltproduktion auf Arabica und rund 46,6 Prozent auf Robusta. Das Verhältnis war damit deutlich ausgeglichener als 2024/25, als Arabica ungefähr 57,2 Prozent der USDA-Produktionsschätzung ausmachte. Diese Veränderung bedeutet nicht zwangsläufig, dass sich die Verbraucherpräferenzen plötzlich von Arabica wegbewegt haben. Sie war hauptsächlich auf eine geringere Arabica-Produktion in Brasilien und eine gleichzeitig stärkere Robusta-Produktion in Vietnam, Brasilien und Indonesien zurückzuführen.
Globaler Marktanteil von Arabica und Robusta im Überblick
| Marktindikator | Arabica | Robusta |
|---|---|---|
| Geschätzter Anteil an der Weltproduktion 2025/26 | Ungefähr 53,4 Prozent | Ungefähr 46,6 Prozent |
| Geschätzte Produktion 2025/26 | Ungefähr 95,5 Millionen Säcke zu je 60 kg | Ungefähr 83,3 Millionen Säcke zu je 60 kg |
| Wichtigste Erzeugerländer | Brasilien, Kolumbien, Äthiopien, Honduras und Peru | Vietnam, Brasilien, Indonesien, Uganda und Indien |
| Stärkste Nachfragekanäle | Spezialitätenkaffee, Premium-Einzelhandel, Filterkaffee, Single Origin und Arabica-dominierter Espresso | Instantkaffee, traditionelle Blends, koffeinreiche Produkte, Foodservice und Robusta-dominierter Espresso |
| Preisreferenz | Vor allem New Yorker Arabica-Futures und Herkunftsdifferenziale | Vor allem Londoner Robusta-Futures und Herkunftsdifferenziale |
| Typische Marktposition | Höherer Durchschnittspreis und stärkere Premiumsegmentierung | Höhere Kosteneffizienz, mehr Körper und Koffein sowie gute Eignung für löslichen Kaffee |
Wie sich das globale Produktionsverhältnis verändert
Der langfristige Kaffeemarkt wird häufig mit einem Verhältnis von ungefähr 60 Prozent Arabica zu 40 Prozent Robusta beschrieben. Diese Faustregel bleibt als allgemeiner historischer Richtwert nützlich, kann jedoch irreführend sein, wenn sie als fester aktueller Marktanteil verstanden wird. Jährliche Produktionsschwankungen können das Verhältnis um mehrere Prozentpunkte verändern. Für 2025/26 brachten der prognostizierte Rückgang des brasilianischen Arabica und die gleichzeitige Ausweitung der Robusta-Produktion beide Arten deutlich näher zusammen.
Das USDA schätzte die globale Arabica-Produktion für 2024/25 auf ungefähr 100,2 Millionen Säcke, bevor für 2025/26 ein Rückgang auf rund 95,5 Millionen Säcke prognostiziert wurde. Im gleichen Zeitraum sollte die Robusta-Produktion von etwa 75,1 Millionen auf 83,3 Millionen Säcke steigen. Dies entspricht einer erheblichen Zunahme des Robusta-Volumens innerhalb der globalen Versorgungsstruktur.
Diese Verschiebung ist relevant, weil der weltweite Verbrauch mit einem Rekordwert von 173,9 Millionen Säcken prognostiziert wurde, während die Endbestände im fünften Jahr in Folge auf ungefähr 20,1 Millionen Säcke sinken sollten. Selbst wenn die Gesamtproduktion einen Rekord erreicht, können begrenzte Lagerbestände den Markt anfällig für regionale Ernteprobleme machen. Käufer müssen deshalb nicht nur die Gesamtanteile von Arabica und Robusta verfolgen, sondern auch prüfen, wo das zusätzliche Angebot produziert wird, wann es verfügbar ist und ob es die erforderlichen kommerziellen Spezifikationen erfüllt.
Marktanteil der Arabica-Produktion nach führenden Ursprungsländern
Die Arabica-Produktion ist geografisch breiter verteilt als die Robusta-Produktion, obwohl Brasilien weiterhin der dominierende Ursprung ist. Kolumbien, Äthiopien, Honduras, Peru, Mexiko und Guatemala liefern bedeutende zusätzliche Mengen. Ihre Erntekalender, Aufbereitungstraditionen und Tassenprofile schaffen ein breites Angebot an kommerziellen und spezialisierten Kaffees.
| Arabica-Erzeuger | Ungefähre Produktion 2025/26 | Position im Markt |
|---|---|---|
| Brasilien | 38,0 Millionen Säcke | Größter Arabica-Produzent mit umfangreichem Angebot an Natural- und Pulped-Natural-Kaffee |
| Kolumbien | 13,8 Millionen Säcke | Führende Herkunft für gewaschene Colombian Milds |
| Äthiopien | 11,6 Millionen Säcke | Großer Produzent charakteristischer Natural- und Washed-Arabicas |
| Honduras | 5,8 Millionen Säcke | Wichtiger Lieferant für kommerziellen und spezialisierten gewaschenen Arabica |
| Peru | 4,2 Millionen Säcke | Relevanter Lieferant für gewaschene, rückverfolgbare und zertifizierte Kaffeeprogramme |
Brasilien allein sollte 2025/26 nahezu 40 Prozent des weltweiten Arabica produzieren. Diese Konzentration macht das Wetter in Minas Gerais, São Paulo und anderen wichtigen Anbaugebieten besonders einflussreich. Eine schwache brasilianische Arabica-Ernte kann den globalen Arabica-Anteil reduzieren, selbst wenn sich die Produktion in anderen Ländern verbessert. Umgekehrt kann ein starker brasilianischer Produktionszyklus Arabica schnell wieder zu einer deutlich größeren Mehrheit der weltweiten Produktion verhelfen.
Kolumbien und Äthiopien bieten unterschiedliche Formen der Marktdiversifizierung. Kolumbien ist eng mit gewaschenem Arabica und etablierten kommerziellen Programmen verbunden, während Äthiopien eine große Bandbreite an Natural- und Washed-Kaffees mit charakteristischen regionalen Profilen liefert. Mittelamerikanische Länder steuern jeweils kleinere Mengen bei, bleiben jedoch für Premium-Blends, Single-Origin-Produkte und saisonale Spezialitätenprogramme wirtschaftlich wichtig.
Marktanteil der Robusta-Produktion nach führenden Ursprungsländern
Die Robusta-Produktion ist stärker auf eine kleinere Zahl großer Lieferländer konzentriert. Vietnam und Brasilien sollten 2025/26 zusammen mehr als 54 Millionen Säcke produzieren und damit ungefähr zwei Drittel der gesamten weltweiten Robusta-Produktion stellen. Indonesien, Uganda und Indien bilden den größten Teil der nächsten Lieferantengruppe.
| Robusta-Erzeuger | Ungefähre Produktion 2025/26 | Position im Markt |
|---|---|---|
| Vietnam | 29,6 Millionen Säcke | Größter Robusta-Produzent und bedeutender Lieferant für Rohkaffee- und Instantkaffeemärkte |
| Brasilien | 25,0 Millionen Säcke | Großer Conilon-Produzent und wachsende Herkunft für Robusta-Exporte |
| Indonesien | 11,0 Millionen Säcke | Drittgrößter Robusta-Produzent mit bedeutendem kommerziellem Exportangebot |
| Uganda | 5,8 Millionen Säcke | Wichtige afrikanische Robusta-Herkunft mit wachsender Exportbedeutung |
| Indien | 4,7 Millionen Säcke | Lieferant von Robusta für Espresso, Blends und die Verarbeitung zu löslichem Kaffee |
Vietnams Position ist für internationale Käufer besonders wichtig. Die vietnamesische Kaffeeproduktion für 2025/26 wurde auf ungefähr 30,8 Millionen Säcke geschätzt, darunter 29,6 Millionen Säcke Robusta und etwa 1,2 Millionen Säcke Arabica. Damit machte Robusta rund 96 Prozent der prognostizierten vietnamesischen Kaffeeproduktion aus. Käufer können sich über die wichtigsten Kaffeeanbaugebiete Vietnams informieren, um zu verstehen, wie regionale Bedingungen die verfügbaren Robusta- und Arabica-Profile beeinflussen.
Brasilien nimmt eine besondere Position ein, da das Land bei beiden Arten zu den führenden Produzenten gehört. Eine Veränderung des brasilianischen Erntemixes kann deshalb das globale Verhältnis zwischen Arabica und Robusta verschieben, ohne Brasiliens gesamten Anteil an der Weltkaffeeproduktion wesentlich zu verändern. Im Erntejahr 2025/26 waren eine geringere brasilianische Arabica-Produktion und eine Rekordproduktion von Robusta entscheidende Gründe für den höheren globalen Robusta-Anteil.
Produktionsanteil ist nicht dasselbe wie Nachfrageanteil
Ein häufiger Analysefehler besteht darin, den Produktionsanteil als direkte Messgröße der Verbrauchernachfrage zu behandeln. Beide Faktoren hängen zusammen, sind jedoch nicht identisch. Produktionsdaten zeigen, wie viel Kaffee geerntet wird. Die Nachfrage hängt davon ab, wie Kaffee in Röstprodukten, Blends, Instantkaffee, trinkfertigen Getränken, Kapseln, im Foodservice und im Haushaltskonsum eingesetzt wird.
Veröffentlichte globale Verbrauchszahlen werden üblicherweise für den gesamten Kaffee angegeben und nicht präzise zwischen Arabica und Robusta aufgeteilt. Ein Grund dafür ist, dass viele Fertigprodukte Blends enthalten und Hersteller ihre Artenverhältnisse nicht immer offenlegen. Ein im Einzelhandel verkaufter Espresso kann sowohl Arabica als auch Robusta enthalten, während sich die Rezeptur eines Instantkaffees entsprechend Kosten und Verfügbarkeit ändern kann, ohne dass sich die sichtbare Markenpositionierung verändert.
Exportanteile können einen nützlichen Hinweis auf die im internationalen Handel verfügbare Kaffeemenge geben, sollten jedoch nicht als reine Messgröße der Nachfrage bezeichnet werden. In den ersten acht Monaten des Kaffeejahres 2025/26 entfielen ungefähr 60,2 Prozent der weltweiten Rohkaffeeexporte auf Arabica, gegenüber 64,0 Prozent im gleichen Vorjahreszeitraum. Auf Basis eines gleitenden Zwölfmonatsdurchschnitts fiel der Arabica-Anteil von ungefähr 64,70 Prozent im Mai 2025 auf rund 60,95 Prozent im Mai 2026. Dieser Rückgang spiegelte schwächere Arabica-Lieferungen und eine stärkere Robusta-Verfügbarkeit wider, nicht zwangsläufig eine proportionale Veränderung der Präferenzen der Endverbraucher.
Warum Arabica einen größeren Anteil an der Premiumnachfrage hält
Arabica dominiert weiterhin viele hochwertige Kaffeesegmente aufgrund seiner aromatischen Bandbreite, Säure, Süße und Differenzierung nach Herkunft. Spezialitätenröstereien, hochwertige Einzelhandelsmarken und Single-Origin-Programme setzen häufig auf Arabica, weil seine Varietäten, Aufbereitungsmethoden und Anbaugebiete deutlich unterscheidbare Produkte ermöglichen.
- Spezialitätenkaffee: Überwiegend Arabica, obwohl sich das Fine-Robusta-Segment weiterentwickelt.
- Single-Origin-Einzelhandel: Meist Arabica, da die regionale Herkunft und die Identität der Farm im Mittelpunkt des Produkts stehen.
- Filterkaffee: Arabica wird bevorzugt, wenn Klarheit, Säure und aromatische Details wichtig sind.
- Premium-Kapseln: Häufig Arabica oder Arabica-dominierte Blends, abhängig von Intensitäts- und Kostenzielen.
- Premium-Espresso: Häufig 100 Prozent Arabica oder ein Arabica-dominierter Blend mit ausgewähltem Robusta.
Die Premiumnachfrage nach Arabica bedeutet nicht, dass jeder Arabica einen hohen Preis erzielt. Kommerzieller Arabica mit vielen Fehlern, uneinheitlicher Feuchtigkeit oder schwacher Tassenqualität kann hauptsächlich über den Preis konkurrieren. Die Premiumpositionierung hängt von der vollständigen Spezifikation ab, einschließlich Herkunft, Varietät, Aufbereitung, Screen Size, Fehlertoleranz, Rückverfolgbarkeit und Tassenprofil.
Warum Robusta wirtschaftlich immer wichtiger wird
Die Nachfrage nach Robusta wird nicht nur durch seinen durchschnittlich niedrigeren Preis gestützt. Robusta bietet einen hohen Koffeingehalt, kräftigen Körper, ausgeprägte Bitterkeit, gute Crema und eine Geschmacksintensität, die auch nach der Zugabe von Milch, Zucker oder Kaffeeweißer wahrnehmbar bleibt. Diese Eigenschaften machen Robusta in mehreren volumenstarken Marktsegmenten strategisch wichtig.
- Instantkaffee: Robusta wird aufgrund seiner löslichen Ausbeute, Intensität und Kosteneffizienz häufig verwendet.
- Espresso-Blends: Er verbessert Körper, Intensität und Crema-Beständigkeit.
- Traditioneller vietnamesischer Kaffee: Robusta eignet sich gut für eine kräftige Phin-Extraktion und die Kombination mit Kondensmilch.
- Foodservice: Er unterstützt gleichbleibend intensive Getränke bei wirtschaftlich kontrollierbaren Kosten.
- Koffeinreiche Produkte: Robusta kann eine stärkere Koffeinpositionierung mit einer geringeren Kaffeedosierung ermöglichen.
- Ready-to-Drink-Formulierungen: Seine Intensität kann auch nach der Zugabe von Milch, Zucker oder Aromen deutlich erkennbar bleiben.
Die Ausweitung des Fine-Robusta-Segments schafft außerdem Nachfrage außerhalb traditioneller, preisorientierter Kategorien. Bessere Ernteverfahren, kontrollierte Fermentation, verbesserte Trocknung, geringere Fehlertoleranzen und stärkere Rückverfolgbarkeit ermöglichen ausgewählten Robusta-Partien den Zugang zu Premium-Espresso-, Single-Origin- und spezialitätennahen Märkten.
Wie Preisveränderungen die Nachfrage nach Arabica und Robusta beeinflussen
Das Nachfrageverhältnis zwischen Arabica und Robusta ist teilweise flexibel. Wenn sich der Preisabstand zwischen beiden Arten ungewöhnlich stark vergrößert, können einige kommerzielle Röstereien ihre Blends neu formulieren und den Robusta-Anteil erhöhen. Wird Robusta relativ teuer oder gewinnt die Premiumpositionierung an Bedeutung, können Hersteller den Arabica-Anteil schützen oder erhöhen.
Die Austauschbarkeit ist jedoch begrenzt. Eine Veränderung des Artenverhältnisses kann Geschmack, Koffeingehalt, Crema, Röstverhalten, Mühleneinstellungen und Kundenerwartungen beeinflussen. Eine Marke, die 100 Prozent Arabica verkauft, kann einen Teil der Rezeptur nicht unbemerkt durch Robusta ersetzen, ohne ihre Produktaussage zu verändern. Ein traditioneller Espresso-Blend bietet möglicherweise mehr Flexibilität, dennoch sollte jede Neuformulierung durch Röst-, Cupping- und Extraktionstests geprüft werden.
| Marktbedingung | Mögliche kommerzielle Reaktion |
|---|---|
| Der Arabica-Aufschlag steigt stark | Einige kommerzielle Blends können den Anteil ausgewählten Robusta erhöhen |
| Das Robusta-Angebot wird knapp | Hersteller können unverzichtbare Mengen absichern oder Blend-Spezifikationen anpassen |
| Die Nachfrage im Premium-Einzelhandel steigt | Arabica und rückverfolgbare Herkünfte können einen größeren Produktanteil gewinnen |
| Die Nachfrage nach Instantkaffee wächst | Die Robusta-Nachfrage kann insbesondere in bedeutenden Ländern der löslichen Kaffeeproduktion zunehmen |
| Verbraucher suchen höheren Koffeingehalt | Robusta-dominierte Blends können wirtschaftlich relevanter werden |
| Die Qualität von Fine Robusta verbessert sich | Robusta kann in höherwertige Espresso- und Single-Origin-Segmente vordringen |
Die Bedeutung von Instantkaffee für die Robusta-Nachfrage
Instantkaffee ist einer der wichtigsten Nachfragekanäle für Robusta. Die globale Herstellung von löslichem Kaffee benötigt große, gleichbleibende Mengen und priorisiert häufig Extraktionsausbeute, Geschmacksintensität und Kostenkontrolle. Robusta eignet sich gut für sprühgetrocknete, agglomerierte und viele gefriergetrocknete Formulierungen, obwohl hochwertige Instantprodukte Arabica oder Arabica-Robusta-Blends enthalten können.
Das Wachstum in asiatischen, afrikanischen und aufstrebenden Verbrauchermärkten kann die Robusta-Nachfrage unterstützen, weil Instantkaffee und Three-in-One-Produkte leicht zugänglich, praktisch und an lokale Geschmackspräferenzen anpassbar sind. Vietnam, Brasilien und Indien gehören außerdem zu den bedeutenden Exporteuren von löslichem Kaffee und verbinden Robusta-Erzeugerregionen direkt mit wachsenden Märkten für Fertigprodukte.
OEM- und Private-Label-Käufer, die Instantkaffee entwickeln, sollten das Artenverhältnis nicht ausschließlich nach dem Rohstoffpreis auswählen. Die Rezeptur muss Aromarückgewinnung, Extraktionsleistung, Süße, Kaffeeweißer, Portionsgröße und den angestrebten Koffeingehalt berücksichtigen. Verfügbare Lösungen für Kaffeeexport und Produktentwicklung können entsprechend den Möglichkeiten des Lieferanten und der Musterfreigabe bewertet werden.
Regionale Nachfragemuster
Die Europäische Union und die Vereinigten Staaten bleiben bedeutende Kaffeeimportmärkte, ihre Produktmischungen unterscheiden sich jedoch nach Land und Vertriebskanal. Nordeuropäische Spezialitäten- und Filtermärkte verbrauchen tendenziell einen hohen Arabica-Anteil, während espressoorientierte Märkte größere Mengen an Arabica-Robusta-Blends einsetzen können. In den Vereinigten Staaten besteht über Einzelhandel, Spezialitätenkaffee und Foodservice eine starke Arabica-Nachfrage, obwohl Robusta ebenfalls in Instantkaffee und ausgewählten kommerziellen Blends vorkommt.
Viele asiatische Märkte verbinden ein schnelles Wachstum der Cafébranche mit einer etablierten Nachfrage nach löslichem Kaffee. Dadurch entstehen Chancen für beide Arten. Arabica profitiert von der Expansion hochwertiger Cafés, während Robusta von Instantprodukten, traditionellen Formaten und kräftigeren Getränkeprofilen unterstützt wird. Auch der Inlandskonsum in Vietnam ist gestiegen und stärkt sowohl die Nachfrage nach traditionellen Robusta-Produkten als auch nach neueren Arabica- und Spezialitätenangeboten.
Die Nachfrage im Nahen Osten und in Nordafrika unterscheidet sich erheblich zwischen einzelnen Märkten. Einige Käufer bevorzugen kräftige, dunkel geröstete Blends, während andere hochwertigen Arabica für moderne Einzelhandels- und Cafékanäle beziehen. Unternehmen sollten keine allgemeine regionale Annahme auf jedes Land übertragen, sondern Produktformat, Röstpräferenz, Preissegment und Vertriebskanal getrennt bewerten.
Was der Marktanteil für Kaffeekäufer bedeutet
Das ausgeglichenere globale Produktionsverhältnis zwischen Arabica und Robusta bedeutet nicht, dass beide Arten austauschbar sind. Es zeigt, dass Robusta für die globale Versorgung, den Handel und die Produktentwicklung zunehmend wichtiger geworden ist. Käufer, die ausschließlich von einer Art oder einer Herkunft abhängig sind, können einem größeren Risiko ausgesetzt sein, wenn Wetter oder Logistik diese Lieferkette unterbrechen.
Eine diversifizierte Einkaufsstrategie kann mehrere Herkünfte, alternative Screen Sizes, genehmigte Aufbereitungsmöglichkeiten und klar definierte Blend-Toleranzen umfassen. Alternativen müssen jedoch genehmigt werden, bevor sie tatsächlich benötigt werden. Der Versuch, einen nicht verfügbaren Kaffee erst während einer Versorgungsstörung zu ersetzen, kann Verzögerungen, Qualitätsabweichungen und unerwartete Kosten verursachen.
Eine professionelle Beschaffung sollte folgende Faktoren vergleichen:
- Art und Varietät
- Herkunft und regionale Verfügbarkeit
- Erntejahr und Versandzeitraum
- Aufbereitungsmethode
- Screen Size und physische Vorbereitung
- Feuchtigkeit und Fehlertoleranz
- Tassenprofil und unzulässige Fehlaromen
- Verpackung und Containerbeladung
- FOB-, CIF- oder andere Incoterm-Anforderungen
- Rückverfolgbarkeit, EUDR und Zertifizierungsanforderungen
Käufer können sich vor der Bestätigung kommerzieller Mengen über den Ansatz zu Kaffeequalität, Spezifikationen und Rückverfolgbarkeit informieren. Die endgültigen Anforderungen sollten während der Musterfreigabe dokumentiert und im Kaufvertrag festgehalten werden.
Ausblick auf das Verhältnis zwischen Arabica und Robusta
Die globale Produktionsaufteilung dürfte sich weiterhin von Jahr zu Jahr verändern. Eine Erholung des brasilianischen Arabica kann dessen Anteil schnell erhöhen, während weiteres Produktivitätswachstum in Vietnam, den brasilianischen Conilon-Gebieten und Indonesien die Position von Robusta stärken kann. Auch die Anpassung an den Klimawandel könnte das langfristige Verhältnis beeinflussen, da Robusta wärmere Bedingungen im Allgemeinen besser verträgt als Arabica, obwohl auch Robusta gegenüber Trockenheit, übermäßigem Regen und Hitzestress empfindlich ist.
Auch die Nachfrage wird stärker segmentiert. Premium-Arabica bleibt für Spezialitätenkaffee und hochwertigen Einzelhandel zentral, während Robusta zunehmend nicht nur als kosteneffizienter industrieller Rohstoff, sondern bei sorgfältiger Qualitätskontrolle auch als differenziertes Produkt anerkannt wird. Dadurch entsteht ein Markt, in dem beide Arten wachsen können, allerdings in unterschiedlichen Vertriebskanälen und Preissegmenten.
Abschließende Bewertung des Marktanteils von Arabica und Robusta
Arabica blieb in der Prognose für 2025/26 mit einem geschätzten Anteil von ungefähr 53,4 Prozent die größere Kaffeeart nach weltweiter Produktion, während Robusta rund 46,6 Prozent erreichte. Der Abstand verringerte sich deutlich, weil die Arabica-Produktion zurückging und die Robusta-Produktion zunahm. Im internationalen Handel mit Rohkaffee behielt Arabica den größeren Anteil, doch auch sein Exportanteil ging in den ersten acht Monaten des Kaffeejahres 2025/26 zurück.
Für professionelle Käufer lautet die zentrale Schlussfolgerung nicht, dass Robusta Arabica ersetzt. Der Markt wird ausgeglichener, und beide Arten bedienen weiterhin unterschiedliche, sich teilweise überschneidende Nachfragekanäle. Arabica bleibt in Spezialitätenkaffee, Single-Origin-Produkten und hochwertigem Filterkaffee dominant. Robusta bleibt für Instantkaffee, traditionelle Blends, koffeinreiche Formate und kostenkontrollierte kommerzielle Produkte unverzichtbar. Espresso- und Ready-to-Drink-Märkte verwenden häufig beide Arten.
Unternehmen sollten ihre Beschaffungsentscheidungen deshalb am geplanten Produkt und nicht ausschließlich an einer globalen Marktanteilszahl ausrichten. Art, Herkunft, Tassenprofil, Extraktionsleistung, Preis und Versorgungssicherheit müssen gemeinsam bewertet werden. Käufer, die Arabica, Robusta oder speziell entwickelte Blend-Komponenten aus Vietnam suchen, können eine Großhandelsanfrage für Kaffee mit den gewünschten Spezifikationen, der geschätzten Menge, dem Bestimmungsort und dem geplanten Versandzeitraum senden.